Revolution verstehen

 

Ob man sie Revolution, ReLOVEution, oder OccupyWS nennt, sozialer oder technologisher Fortschritt entsteht, wenn gegebene Systeme ihre einfachste Funktion nicht mehr liefern.

Trotz dauerndem Druck von Aktivisten, oder NonProfit Organisationen, lassen sich unsere korrupten Institutionen nicht ändern. Die Aufgabe des Fortschrittes, der Revolution, fällt automatisch auf die Schultern der Aktivisten. Die Bedeutung der Institution des Aktivismus wird in Frage gestellt. Jetzt ist Aktivusmus impotent. Weder Umweltorganisationen, neue demokratische Bewegungen, neue Medien, schaffen keine signifikante Reformen, weil das System kaputt ist. Die Rahmenbedingungen für Ermächtigung sind deshalb einfach nicht gegeben. Ob es im Amerikanischen (hier), oder im Deutschen Aktivismus, ist man einig, dass nur eine einheitliche, überparteiische Bewegung, ausserhalb des "Normalen," die einzige Losung sein kann.

In 2011, Occupy Wall Street löste eine Welle von friedlichen Protesten, erst in den USA, dann aber auch weltweit. Es war eigentlich nach den ermächtigenden und inspirierenden Protesten in Egypten, Griechenland und Spanien. Es scheint jedoch, dass Amerikanische Organisationen und Aktivisten denken, dass sie in Sachen Sozialer Wandel, es einfach besser tun können.

Eine Sache weiss man: Einer Bewegung oder einer Revolution muss man eine Identität geben: Health Revolution, Solidarność, Organic Movement, New Deal, Civil Rights Movement, Google, Macintosh/PC... soziale und technologische Revolutionen schaffen sich eine Identität, sonst kriegen sie irgendwann eine zugeschrieben.

Auf Facebook hat die Erwachung der Menschheit zu Tausenden neuer Aufklärungsinitiativen/Gruppen (neue Brands geführt). So haben sich Aktivisten anders mobilisiert, leider nicht zum Zweck der Kooperation, sondern im Sinne der Kompetition. LIKES ist die Währung der online Revolution geworden. Gruppen/Kommunities kämpfen sich gegenseitig für "LIKES." Ja... ziemlich erbärmlich.

Wo das Rätsel, das Missverständnis dieser Revolution steckt ist es klar... Merken aber wenige, scheint es.

Im Jahre 2012, deutete der britische Komiker Russel Brand darauf hin:

Es fühlt sich so an, als ob die Fusion von Spiritualität und Aktivismus zum ersten Mal wieder seit den 60er Jahren aufkommt.

Auch der US-amerikanischer Aktivist Tom Hayden, der sich seit den frühen 1960er-Jahren für die Friedens- und Bürgerrechtsbewegung engagierte, meinte kurz vor seinem Tod in 2016, dass Amerika unbedingt eine neue Friedensbewegung bräuchte. 2016 US Grüne Kandidatin Dr. Jill Stein, zitierte Kandidat Bernie Sanders, und meinte auch, dass das Land unbedingt eine politische Regenbogen-Koalition bräuchte (hier.) Der Hinweis auf "Frieden" ist eindeutig.

Aber Koalitionen von bis zu 1100 Organisationen bemühen sich jährlich für wichtige Zwecke (hier das Beispiel Climate Action). Für ein oder zwei Tagen "halten sie sich die Hände." Facebook füllt sich mit tausenden von Bildern im Sinne des "schaut her wieviele wir dort waren!" Dauerafte und konkrete Änderungen gibt es aber keine. Wie geht das, dass sich 7+ Milliarden Menschen immer noch von einem Paar überreichen Familien so dumm reinlegen lassen?

Die neue Popularität von Frieden ist aber nicht zufällig. Sie ist ein Hinweis darauf, wovon es sich eigentlich in dieser globalen Revolution handelt. Der Begriff Frieden, wenn man es nicht versteht, falsch definiert, so wie es seit 50+ Jahren von Organisationen und Aktivisten üblich ist, kann weder bewaffnete Konflikte (Kriege) enden oder vorbeugen, Hunger enden, dringende Lösungen im Bereich Klimawechsel liefern, oder sonnst welche Konflikte. Eine Revolution geschieht erst dann, wenn das Bedürfnis nach Fortschritt in gegebenen Systeme nicht mehr effizient ist, wenn eine Handlung so Aufwändig, langsam und kompliziert wird, dass sie unbefriedigend wird, oder einfach nicht zugänglich.

Beim sozialen Wechsel, sind heute die Menschen ziemlich einig, dass Regierungen und Medien lügen, vom tiefen Hass auf Demokratie seitens unserer politischen Führung, dass uns die Unterstützung von Kriegen mit falschen Vorwänden verkauft wird, und dass unsere Stimmen im Demokratischen Prozess kaum noch etwas zählen. Logischerweise sind es nicht die Hauptmedien oder unsere Establishment Führer, die sich von selbst reformieren werden, sondern es ist die Zivilgesellschaft, die eine Umorganisierung braucht... eine "interne Revolution." Es hat keinen Mangel an Widerstand, aber es ist chaotisch, unzugänglich, und sehr oft redundant.

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